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Prinzipien Guten Lebens

Die in diesem Blog entwickelten Prinzipien geben mögliche Antworten auf die Frage: Wie können Studierende authentisch Erkenntnisse des Studiums in unseren persönlichen, beruflichen, professionellen, familiären und sozialen Alltag integrieren, und wie gibt uns das Energie, statt uns zu frustrieren? Es soll helfen, sich selbst neue Freiräume zu schaffen: gegen die Ökonomisierung des eigenen Lebens, gegen den klassisch-westlich-dualistisch-rationalen Blick, für eine neue Haltung beim Gestalten.

Es braucht nicht nur ein klares NEIN zu bestimmten Lebensleitlinien, mit denen wir es uns in den letzten Jahrhunderten eingerichtet haben, sondern auch ein klares JA! zu dem Versuch, etwas Neues zu wagen, ohne dabei unverantwortlich oder fahrlässig zu handeln. Doch ein Risiko für das eigene Sein ist in jedem Fall dabei, sonst ist es höchstwahrscheinlich Revolutions-Kosmetik ...

Was bringt das?

Lohnt sich das, ist das nicht welt- oder alltagsfremd? Die Frage ist eher: Was nehmen wir gesamtgesellschaftlich in Kauf, wenn nicht mehr von uns damit anfangen, sich in grundlegenden Dimensionen neu auszurichten? Sollte es die Hoffnung sein, im Gegenwärtigen sich weiter durch zu wurschteln, die einen die folgenden Prinzipien ignorieren lässt, sei darauf hingewiesen, dass gesellschaftlicher Wohlstand, wie er sich aktuell hier in Deutschland kristallisiert, nicht deshalb anhalten muss, weil er die letzten Jahre angehalten hat. Wir können nicht mehr ähnlich stabil mit ihm kalkulieren, wie es unsere Eltern getan haben:

 

Klimaerwärmung, der ungestaltete, durch wirtschaftliche Sachzwänge aufgezwungene KI-Fortschritt, der unsere Handlungsräume zunehmend einschränkt und dessen Potenziale nicht lebensdienlich genutzt werden können, das Artensterben, die ungleich verteilte Vermögen – alles abstrakte Konstrukte, deren Folgen sich jedoch langsam konkretisieren, bis sie schließlich unseren Alltag bestimmen werden, so, wie es die Ökonomisierung jetzt schon tut. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann wir uns um uns kümmern müssen. Diese „Gebrauchsanweisung für die Zukunft Guten Lebens“ ist ein Angebot dazu, es nicht bloß aus schierer Not, sondern in Ruhe aus eigenem Willen heraus zu tun.

Vom Alten zum Neuen
Zunächst geht es um Prinzipien zum Umgang mit den alten Strukturen, die alle noch ein Teil von uns sind: Mit unserem Zeit-, Arbeits- und Verantwortungsverständnis, unserem Verhältnis zu Institutionen und unserer Leistungsorientierung. Im zweiten Teil folgen Prinzipien, die dazu inspirieren sollen, für sich selbst ein neues Setting zu schaffen, von dem aus man gestalten kann, ohne zu sehr frustriert und von alten Mustern daran gehindert zu werden.
Der dritte Teil schließlich widmet sich Ideen dazu, nach was sich der eigene Kompass denn neu ausrichten kann, was die neuen Ziele sein können, die in naher Zukunft ein Leben entstehen lassen, in dem anders gearbeitet, gewirtschaftet, und vor allem: anders miteinander gelebt wird.

Bilder: https://www.europeana.eu/portal/de