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Ein Ratgeber für Schwellenzeiten

Dies ist ein Wegweiser für Menschen, die an Schwellen stehen: An denen zwischen Schule und Ausbildung, zwischen Hochschulabschluss und Berufstätigkeit, zwischen Erwerbsarbeit und Rente. Die merken, dass das alte Sein nicht mehr funktioniert und die auf der Suche sind nach dem Anderen, das sich in unterschiedlichsten Lebensfeldern ankündigt und dennoch unter Umständen nicht in Reichweite erscheint. Die verstanden haben, dass wir in einer Post-Wachstums-Gesellschaft leben werden – entweder, weil wir sie gestaltet haben, oder, weil sie auch ungestaltet kommen wird.

 

Die verstanden haben, dass dem bis in die Mikrostrukturen unseres Miteinanders und unserer Weltanschauung eingeschriebene Ökonomisierungsparadigma, das weltweite Wohlstands­ungleichgewichte und Klimaerwärmung vorantreibt, nicht mit Klein-Klein-Maßnahmen zu begegnen ist. Und die sich inspirieren lassen wollen, wie weit sie gehen können und auf welche neuen Lebenshaltungen sie sich einlassen könnten, um den Status Quo in etwas Neuem aufgehen zu lassen. Deshalb mag dieser Blog besonders Menschen in offenen Lebensphasen nützen, die (noch oder wieder) große Gestaltungsspielräume haben, wenig festgelegte Verantwortlichkeiten für andere Menschen und Institutionen und denen es dementsprechend leichter fällt, ihren Alltag neu auszurichten. Aber vielleicht inspiriert er auch andere.

Damit sei nicht gesagt, dass es ein „richtigeres Leben“ im Falschen geben könnte (Adorno). Alles ist vernetzt, sodass Ungleichgewichte immer und überall ihre Auswirkungen auch dort haben, wo etwas auf neue Art ins Gleichgewicht gebracht werden soll. Es kann nicht darum gehen, sich in seiner Suche nach dem Neuen abzuschotten und das vermeintlich Gewonnene für sich zu behalten. Konstruktiver Wandel will sich ausweiten (ohne zu kolonisieren) - sonst ist er nicht konstruktiv. Vielleicht geht es letzten Endes nur um die Frage, ob die Haltung, mit der wir durchs Leben gehen, sich ganzheitlich authentisch-gut anfühlt, oder ob sie dies nicht tut.

 

Das folgende Kompendium von Gestaltungsprinzipien basiert vollständig auf eigenen Erfahrungen der letzten Monate – im Zusammenspiel mit Impulsen aus dem wissenschaftlich-sozialen Umfeld der Cusanus Hochschule, Bernkastel-Kues und Recherchen zu neuen Ansätzen des Gesellschaftswandels. Es soll das neue Orientieren erleichtern.
Inspiriert ist dieser Blog somit durch Ideen zahlreiche Denker*innen und Akteur*innen des Wandels und aus der abendländischen und fernöstlichen Kultur- und Philosophiegeschichte, wie sie beispielhaft (!) in den Literaturangaben aufgeführt sind.

Die verwendeten Bilder stammen größtenteils von der Creative-Commons-Plattform europeana collections, die Kulturerbe allen Menschen zugänglich machen möchte.

Bild: S. Terfloth, CC BY-SA 2.0  de, Wikimedia Commons